Aktueller Stand des Projektes

Die verschiedenen Leistungsphasen eines Bahnprojekts 

In der Wahrnehmung vieler Menschen beginnt ein Großprojekt erst, wenn die Bagger rollen und der Baulärm zu hören ist. Von der Idee bis hin zum Bau vergehen allerdings einige Jahre, denn solch ein Großprojekt durchläuft zunächst einige Planungsphasen. Ein Bahnprojekt ist in die 9 Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure eingeteilt (kurz: HOAI).

Noch befindet sich das Projekt ganz am Anfang der Planungen. Im Oktober 2020 sind wir in die zweite Phase, die Vorplanung, übergegangen und haben die sogenannte Grundlagenermittlung (mehr zum Planungsablauf) hinter uns gelassen. In der ersten Phase haben wir zunächst die Gegebenheiten des Projektes analysiert und die genaue Aufgabenstellung erarbeitet. In den Aufgabenstellungen halten wir beispielsweise fest, wie viele Züge mit welchen Geschwindigkeiten später einmal auf der Strecke fahren sollen.

Die Raumwiderstandskarte

Ein wichtiger Bestandteil der Grundlagenermittlung war die Erstellung der Raumwiderstandskarte. Dafür definierten wir zunächst aufgrund des Start- und Endpunkts der Strecke und der Vorgabe der 26 Minuten Fahrzeit einen Suchraum, in dem wir eine Streckenführung beplanen können, die alle die Vorgaben einhalten kann.

Innerhalb des Suchraums ermittelte das Team anschließend „Raumwiderstände“. Also Bereiche, die aufgrund von Siedlungen, Naturschutz-, Wasser-, oder Vogelschutzgebiete besonders zu schützen sind und von uns – soweit es möglich ist – gemieden werden müssen. Die Raumwiderstandskarte fasst diese Bereiche zusammen und teilt sie in vier Kategorien ein:

Raumwiderstandskarte, Grafik: DB Netz AG
  • Weiß: keine Widerstände
  • Gelb: Geringe Widerstände
  • Orange: Starke Widerstände
  • Rot: Sehr starke Widerstände (z. Bsp. Siedlungen oder besonders sensible Naturschutzgebiete)
Herleitung der Trassierungsräume, Grafik: DB Netz AG

Herleitung der Trassierungsräume

Bei der Suche nach den möglichen Trassierungsräumen müssen wir die Anforderungen des Bundesverkehrswegeplans 2030 (BVWP) und des Deutschlandtakts beachten – und gleichzeitig die Schutzgüter und Raumwiderstände im Blick haben. Gesucht ist also eine Variante, die diese Rahmenbedingungen bestmöglich erfüllt und die verschiedenen Anforderungen miteinander vereint.

Mit den Vorgaben aus dem Projektauftrag und dem Deutschlandtakt sowie der Erkenntnisse aus der Grundlagenermittlung konnten wir nun 4 Trassierungsräume mit einer Untervariante erarbeiten.

Trassierungsräume sind 500 Meter breite Räume, in denen die spätere Strecke verlaufen könnte. Diese beträgt dann allerdings nur etwa 20 Meter Breite. Im Zuge der Vorplanung untersuchen wir nun die Trassierungsräume im Detail. Dazu tauschen wir uns mit wichtigen Behörden und den Kommunen aus. Ebenso bewerten wir die Räume in der Feintrassierung nach den Kriterien der Umweltverträglichkeit, technischen Umsetzbarkeit und der Wirtschaftlichkeit.

Auf unserem digitalen Infomarkt gibt es ausführliche Informationen zu der Raumwiderstandskarte und der Herleitung der Trassierungsräume.

In den nächsten Schritten der Vorplanung werden die Trassierungsräume detailliert und auf umwelttechnische Aspekte untersucht. Daraufhin folgt eine Feintrassierung von 500 Meter auf 20 Meter. Einen verbindlichen Zeitplan für die weiteren Realisierungsschritte können wir derzeit noch nicht benennen. Bis zum Jahreswechsel 2022/2023 wollen wir die Planungen soweit voranbringen, dass ein behördliches Raumordnungsverfahren beginnen kann.

Die Trassierungsräume im Detail

Trassierungsraum blau, Grafik: DB Netz AG

Trassierung Blau: Trassierung Blau entspricht in etwa dem Bundesverkehrswegeplan-Konzeptentwurf. Sie beginnt in Augsburg als eine Ausbaustrecke bis etwa Höhe Dinkelscherben. Dort verlässt sie die Bestandsstrecke und geht als zweigleisige Neubaustrecke weiter in den Westen. Kurz vor Burlafingen bei Neu-Ulm schwenkt sie auf die Ausbaustrecke zurück und fährt an der Bestandsstrecke entlang mit zwei Gleisen bis zum Bahnhof Neu-Ulm.

 

Trassierungsraum hellblau, Grafik: DB Netz AG

Trassierung Hellblau: Der hellblaue Trassierungsraum ist eine Untervariante von "Blau". Beide Varianten verlaufen nahezu gleich, außer auf Höhe Autenried. Bei der hellblauen Variante wird Autenried südlich umfahren. Die Variante Blau umfährt Autenried nördlich.

 

Trassierungsraum violett, Grafik: DB Netz AG

Die zweite Variante ist die Variante Violett. Diese beginnt ebenfalls im Augsburger Hauptbahnhof, fährt an der Bestandsstrecke entlang etwa bis Diedorf und schwenkt dann dort über das Schmuttertal weiter Richtung Burgau. Dort trifft sie auf die Bestandsstrecke, überquert diese und fährt dann weiter südlich von Günzburg an die Bestandsstrecke bis etwa Unterfahlheim, und fährt als Ausbaustrecke mit zwei weiteren Gleisen bis nach Neu-Ulm.

 

Trassierungsraum Grün, Grafik: DB Netz AG

Variante Grün ist unsere kürzeste Variante. Auch hier beginnen wir natürlich im Hauptbahnhof Augsburg, fahren dann aber über die Gleisbautrasse in den Westen von Augsburg und untertunneln das Stadtgebiet Neusäß und fahren relativ gerade weiter Richtung Burgau. Dort treffen wir wieder auf die Bestandsstrecke, kreuzen diese und fahren geradeaus weiter in den Ort Burlafingen. Von hier geht es zweigleisig an der Bestandsstrecke entlang nach Neu-Ulm in den Bahnhof.

 

Trassierungsraum Türkis, Grafik: DB Netz AG

Und als Viertes die Variante Türkis. Die Variante Türkis verlässt Augsburg Richtung Gersthofen im Norden bis etwa auf Höhe der Autobahn A8. Dort schwenken wir mit unserem Trassierungsraum nach Westen und begleiten die Autobahn nördlich liegend bis etwa Burgau. Dort kreuzen wir die Bestandsstrecke, nehmen unsere Trassierung wieder auf und fahren Richtung Burlafingen. Dort treffen wir die Bestandsstrecke und fahren von dort zweigleisig weiter bis nach Neu-Ulm.

 

Downloads zum Projekt

Präsentationen, Protokolle, Links und Videos: Unter Downloads gibt's alle Infos rund um das Projekt.

Herzlich Willkommen auf dem Virtuellen Infomarkt

DB Netz AG

Herzlich Willkommen beim Bahnprojekt Ulm-Augsburg und auf unserem virtuellen Infomarkt. Auf vier Themeninseln erklären Projektleiter Markus Baumann sowie die Ingenieure Matthias Bürle und Johannes Metzger die Hintergründe und den Planungsprozess des Bahnprojekts Ulm-Augsburg. Hier lang gehts zum Infomarkt!

So werden Großprojekte bei der Deutschen Bahn geplant

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