Bahnprojekt Ulm-Augsburg: Mehr als nur 3D

Die Planungen eines Großprojekts sind langwierig und komplex. Über hunderte von verschiedenen Plänen hinweg wird jeder Millimeter der Strecke aufgezeichnet. Wer da einen bestimmten Punkt braucht, sucht die Nadel im Papierhaufen. Die Lösung liegt in der digitalen Technologie. Eine Methode ist BIM: Building Information Modelling. Was genau das ist, lernte das Team in einer internen Schulung.

Die Digitalisierung bei der Deutschen Bahn hat viele Facetten. Darunter zählen verschiedene Kundenangebote, Betriebsprogramme sowie die Planung von Bauprojekten. Letzter Punkt ist besonders für das Bahnprojekt Ulm-Augsburg von zentraler Bedeutung. Mit der digitalen Planungsmethode Building Information Modelling (BIM) trifft die Deutsche Bahn den Zahn der Zeit.

Unser BIM-Spezialist Amine / Foto: DB Netz AG

Schneller zum Bau

Bisher zeichneten die Planer jeden Punkt und Strich manuell in die Karte ein. Sei es per Hand oder Mausklick. Das Ergebnis ist das gleiche: Meterweise Papier. Jedes Bauwerk und jeder Streckenabschnitt wurden auf einzelnen Plänen festgehalten. Bei Großprojekten sind das schnell Hunderte von Karten. Mit Stift und Papier zu arbeiten, geht mit einem hohen Ressourcenverlust einher. Die digitale BIM-Methode hingegen spart Kosten und Zeit.

Die Vorteile der modelbasierten Arbeitsmethode liegen klar auf der Hand: das Team plant schneller, einfacher und vor allem gemeinsamer. Denn das Verfahren unterstützt dabei, die Planungen regelmäßig auf Differenzen und Plausibilität zu prüfen. Planungsmängel werden somit im digitalen Modell schon frühzeitig erkannt. Das erlaubt den Projektbeteiligten, zeitnah Gegenmaßnahmen einzuleiten und gemeinsam die Pläne zu korrigieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die effizientere Planung sorgt für einen früheren Baubeginn. Dank BIM liegt das Projekt somit stets im Kosten- und Zeitplan.

Digitaler Zwilling

Mit der BIM-Methode lassen sich die Daten in ein dreidimensionales Modell übertragen. Dieses wird mit einem Termin- und Kostenplan verknüpft, sodass wir nicht mehr von drei, sondern von fünf Dimensionen sprechen. Die 5D-Modelle sind dabei richtig nachhaltig: Das Modell wird über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg aktualisiert. Dies beginnt bei der Planung und endet über die Realisierung hinaus im Betrieb der Bauwerke. Das Modell entspricht dem reellen Bauwerk im Endzustand zu hundert Prozent: Der digitale Zwilling enthält alle erforderlichen Daten in der Gesamtheit – ein Vorteil bei Instandhaltungs- oder Erhaltungsmaßnahmen. Darüber hinaus sind die Informationen jedes noch so kleinen Bauteils hinterlegt: Hersteller, Name, Kosten, Maße, etc. Ersatzteile können somit einfach von heute auf morgen bestellt werden ohne Papierberge durchsuchen zu müssen.

Ein weiterer unschlagbarer Trumpf des digitalen Zwillings: bereits vor Baubeginn lassen sich alle Planungs- und Bauphasen anzeigen. Mittels Virtual Reality betreten die Planer das Bauwerk schon lange bevor der erste Bagger rollt. Im virtuellen Planungsraum erkennen sie Stärken und Schwächen der Pläne und können diese direkt anpassen. Dadurch verkürzt sich die Planungs- und Bauphase um ein Vielfaches.

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