Bahnprojekt Ulm–Augsburg startet ohne Vorfestlegung

DB will im Dialog mit der Region planen

(Ulm/Augsburg, 28. Februar 2019) Im Rokokosaal der Regierung von Schwaben kündigte die Deutsche Bahn heute an, wie der Planungsprozess für das Bahnprojekt Ulm-Augsburg aussehen wird. Der Bund hatte die DB mit dem Ausbau beauftragt, um die Reisezeiten zu verkürzen, mehr Kapazität für Nah- und Fernverkehr zu schaffen und die Qualität zu steigern durch Entmischung schneller und langsamer Verkehre. „Wir stehen am Anfang. Es ist offen, wo ein Ausbau stattfinden kann oder wo ein Streckenneubau sinnvoll ist. Wir treffen keine Vorfestlegung, sondern treten in den Dialog und beziehen die Region mit ein“, so Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern.

Der Streckenabschnitt von Ulm nach Augsburg ist Teil der wichtigen Verbindung von Köln nach München. Im vergangenen Jahrzehnt hatte die DB bereits die vielbefahrene Strecke Augsburg-München von zwei auf vier Gleise ausgebaut. Derzeit ist die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Ulm-Stuttgart in Bau. Die bestehende 85 Kilometer lange Strecke zwischen Ulm und Augsburg soll auf Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ausgebaut werden und so den letzten Engpass zwischen Köln und München schließen. ICE-Züge benötigen dann nur noch drei Stunden und 50 Minuten zwischen den beiden Großstädten. Zwischen Augsburg und Ulm könnten die Fahrzeiten um mehr als 10 auf unter 30 Minuten verkürzt werden.

Bilder: DB Netz AG

Josel: „Es geht um das letzte Stück der großen Ost-West-Magistrale von Frankreich quer durch Süddeutschland und weiter nach Österreich, die Slowakei und Ungarn. Es entsteht ein regionaler und ein überregionaler Nutzen. Neben dem schnellen Fernverkehr profitiert auch der Regionalverkehr.“ Die DB erwägt eine zusätzliche Fernzug-Linie zwischen Köln und München über Stuttgart und Augsburg zu führen und eine weitere ICE-Linie über Stuttgart hinaus bis München zu verlängern.

Der Planungsauftrag des Bundes sieht einen Konzeptentwurf vor. Dabei geht es um ein drittes Gleis zwischen Augsburg und Dinkelscherben sowie zwischen Neu-Ulm und Unterfahlheim und um einen Suchraum zwischen Dinkelscherben und Unterfahlheim. Günzburg soll dabei Fernverkehrshalt bleiben. Josel: „Sowohl ein Ausbau der Bestandsstrecke als auch der Bau einer neuen Strecke in bestimmten Abschnitten wäre denkbar. Im Rahmen der Vorplanung wird die Deutsche Bahn untersuchen, mit welchen infrastrukturellen Lösungen die Ziele optimal erreicht werden können.“

Die Bahn wird zunächst die Grundlagen in dem Suchraum ermitteln und eine Trassenfindung mit einem öffentlich Dialogverfahren begleiten. Mitwirken soll dabei auch ein Koordinierungsrat mit Vertretern der Region. Die Bahn will ihn im Laufe des Jahres ins Leben rufen. Heute startete schon mal eine eigene Projekt-Website: www.ulm-augsburg.de

Projektleiter Markus Baumann: „Wir wissen, dass die Region viele Fragen an uns hat und deswegen halte ich die Information über unsere Planungsschritte für genauso wichtig, wie die Planung selbst.“ Als nächsten Schritt werden auch weitere Gespräche mit den Gemeinden folgen. Im Verlauf des Jahres wird das Projektteam Büroräume in Augsburg beziehen.

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