Die GrobtrassierungenEin wichtiger Schritt zur Neu- und Ausbaustrecke Ulm–Augsburg 

Vier Grobtrassierungen zeigen den möglichen Verlauf für die Strecke zwischen Ulm und Augsburg. Wo später die Züge entlangfahren könnten, wird dadurch immer konkreter. Dennoch gibt es noch viel zu planen. 

Was macht eine mögliche Trasse aus?

Bereits in vorigen Projektschritten haben wir Raumwiderstände sowie Anforderungen aus dem Bundesverkehrswegeplan und dem Deutschlandtakt berücksichtigt. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt eine Fahrzeitverkürzung zwischen Ulm und Augsburg vor. Der Deutschlandtakt erweitert den Auftrag und schreibt vor: In Zukunft sollen die Züge zwischen Ulm und Augsburg nur noch 26 Minuten sowie mit Halt in Günzburg nur noch 40 Minuten brauchen.  

Für eine in Frage kommende Trasse folgt die Planung drei Grundsätzen:  

  • Die Geschwindigkeit muss bei Bahnhofsausfahrten schrittweise gesteigert werden.
  • Aufgrund der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h muss der Radius von Kurven mindestens 4000 Meter betragen.
  • Die neue Strecke muss für den Güterverkehr geeignet sein. Dafür darf sie eine Steigung von maximal acht Promille (acht Meter Steigung auf einem Kilometer Länge) haben.
  • Pro Trasse sind zwei bis drei Überholbahnhöfe vorgesehen, damit langsamere Güterzüge überholt werden können. Diese Überholbahnhöfe bestehen aus zwei zusätzlichen Gleisen und sind etwa 1,8 Kilometer lang.
  • Um den Fernverkehrsanschluss in Günzburg weiterhin zu erhalten, werden bestehende und Neubaustrecke verknüpft. Der Übergang muss mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h befahrbar sein können.
  • Die Geschwindigkeit muss bei Bahnhofsausfahrten schrittweise gesteigert werden.
  • Aufgrund der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h muss der Radius von Kurven mindestens 4000 Meter betragen.
  • Die neue Strecke muss für den Güterverkehr geeignet sein. Dafür darf sie eine Steigung von maximal acht Promille (acht Meter Steigung auf einem Kilometer Länge) haben.
  • Pro Trasse sind zwei bis drei Überholbahnhöfe vorgesehen, damit langsamere Güterzüge überholt werden können. Diese Überholbahnhöfe bestehen aus zwei zusätzlichen Gleisen und sind etwa 1,8 Kilometer lang.
  • Um den Fernverkehrsanschluss in Günzburg weiterhin zu erhalten, werden bestehende und Neubaustrecke verknüpft. Der Übergang muss mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h befahrbar sein können.

  • Es sollen möglichst wenige Bauwerke entstehen.  
  • Flächen mit Bebauungen in Wohn- und Gewerbegebieten werden möglichst gemieden.   
  • Die Streckenlänge wird optimiert, um die Fahrzeitvorgaben zu erfüllen und die Baukosten gering zu halten.    
  • Es sollen möglichst wenige Bauwerke entstehen.  
  • Flächen mit Bebauungen in Wohn- und Gewerbegebieten werden möglichst gemieden.   
  • Die Streckenlänge wird optimiert, um die Fahrzeitvorgaben zu erfüllen und die Baukosten gering zu halten.    

  • Die Strecke soll möglichst entlang bestehender Infrastruktur – wie Autobahnen oder bestehenden Gleisen – führen.   
  • Möglichst wenig Fläche soll in Anspruch genommen werden.
  • Schutzgüter werden in besonderem Maße berücksichtigt. Dazu zählen Menschen, Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt, Wasser, Fläche, Boden, Klima und Luft, Landschaft, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter. 
  • Die Strecke soll möglichst entlang bestehender Infrastruktur – wie Autobahnen oder bestehenden Gleisen – führen.   
  • Möglichst wenig Fläche soll in Anspruch genommen werden.
  • Schutzgüter werden in besonderem Maße berücksichtigt. Dazu zählen Menschen, Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt, Wasser, Fläche, Boden, Klima und Luft, Landschaft, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter. 

Von 500 auf 20 Meter Breite: Die potenziellen Streckenverläufe werden konkreter

Eine Vorschau auf die zukünftige Strecke 

Innerhalb der bisherigen Trassierungsräume, die noch 500 Meter breit waren, hat das Projektteam Grobtrassierungen ermittelt. Wie der Name sagt, zeigen sie grob, wie die zukünftige Strecke aussehen könnte. Sie sind nur noch 20 Meter breit, geben jedoch noch nicht den finalen Streckenverlauf an. Diesen erarbeiten wir in den nächsten Planungsschritten. Die Grobtrassierungen entsprechen vertieften Machbarkeitsstudien, die nachweisen, dass aus technischer Sicht die Variante möglich ist und die Fahrzeitziele eingehalten werden.

Grobtrassierungen zeigen, wo Tunnel oder Brücken liegen könnten 

Die Grobtrassierungen stellen die möglichen späteren Streckenverläufe trotzdem schon ziemlich detailliert dar. Es ist beispielsweise erkennbar, wo beim jeweiligen Streckenverlauf Tunnel, Brücken, Einschnitte oder Dämme notwendig wären.  

Kleinere Änderungen von Grobtrassierungen hin zu exakter Trassierung möglich

Die Neu- und Ausbaustrecke wird später nicht unbedingt exakt wie die Grobtrassierungen verlaufen. In der weiteren Planung sind Änderungen möglich – daher auch der Begriff Grobtrassierung.  

Vier Möglichkeiten für den Streckenverlauf 

Wir haben verschiedene Grobtrassierungen ermittelt, die sich an verschiedenen Punkten kreuzen. Diese entsprechen den Planungskriterien und werden in der Vorplanung weiter untersucht. Neu ist die Variante Orange als angepasste Kombination von Türkis und Violett. Die beiden Varianten (Blau und Grün) verfolgen wir nicht weiter, da sie als eigenständige Vorschläge nicht die Vorgaben erfüllen oder die technischen Herausforderungen zu groß sind. Dafür gibt es eine Kombination dieser beiden Varianten: Die Grobtrassierung Blau-Grün. Wir bevorzugen keinen der Streckenvorschläge in der weiteren Planung. Es ist weiterhin offen, wo die Neu- und Ausbaustrecke entlangführen wird.

Teaser interaktive Karte

Die interaktive Karte von Ulm—Augsburg

Unsere interaktive Karte zeigt die Grobtrassierungen sowie alle anderen Planungsschritte. Sie können zwischen den verschiedenen Schritten wechseln und unterschiedliche Ansichten ausprobieren und so den kompletten Planungsprozess nachvollziehen.

Interaktive Karte öffnen

Auf der Suche nach der besten Lösung 

Die 20 Meter breiten Grobtrassierungen sind ein Zwischenergebnis auf dem Weg zur Neu- und Ausbaustrecke Ulm—Augsburg. Bis zur Inbetriebnahme sind noch einige weitere Schritte zu gehen. Sie möchten noch ausführlichere Infos zum Planungsprozess? Dann schauen Sie auf unserer Projektseite vorbei.

Planungsauftrag

Das Bahnprojekt Ulm-Augsburg ist ein Bundesprojekt. Der Deutsche Bundestag hat über das Projekt und seine Inhalte (=Projektauftrag) abgestimmt. Änderungen an diesem Auftrag können nur durch den Bund erfolgen. Für die Umsetzung des Projektauftrags hat der Bund uns, die DB Netz AG, beauftragt. Wir fungieren wie ein Planungsbüro, das in enger Abstimmung mit dem Bund als Auftraggeber arbeitet und sich an die Vorgaben des Bundes halten muss. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) begleitet die Planungen als Aufsichtsbehörde.

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Grundlagenermittlung

In dieser Projektphase ermitteln wir die Rahmenbedingungen und die genaue Aufgabenstellung des Projekts. Konkrete Ziele werden festgelegt und das Projektteam führt erste Untersuchungen zum Bestand, Baugrund und zu möglichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt durch.

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Aktuelle Projektphase: Vorplanung

Anhand von verschiedenen Varianten untersuchen wir, wie wir die vorab definierten Projektziele erreichen können. Die Grobtrassierungen sind ein Teilschritt dieser Projektphase. Am Ende steht die am besten geeignete Variante, die so genannte Vorzugsvariante.

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Parlamentarische Befassung

Wir übergeben die Ergebnisse der Vorplanung, also die Vorzugsvariante, an das Eisenbahn-Bundesamt. Das Bundesverkehrsministerium informiert den Bundestag darüber. Fordert dieser keine wesentlichen Änderungen an der Vorzugsvariante, kann das Projekt fortgesetzt werden. Bei Änderungen muss über das weitere Vorgehen diskutiert werden.

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Entwurfsplanung

Gibt der Bundestag grünes Licht, geht das Projekt in die Entwurfsplanung. Hier steigen wir tiefer in die Planung ein, machen beispielsweise nähere Untersuchungen und kalkulieren die Kosten genauer. Zudem bereiten wir die umfangreichen Unterlagen für das Genehmigungsverfahren auf, das nun folgt.

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Planfeststellungsverfahren

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) prüft die Unterlagen auf Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, etwa zum Lärm- und Umweltschutz. Zudem werden öffentliche und private Belange abgewogen. Auf Grundlage eines Anhörungsverfahrens erlässt das EBA schließlich den Planfeststellungsbeschluss – sozusagen die Baugenehmigung.

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Ausführungsplanung

Die genaue Planung der Strecke vergeben wir an eine Baufirma, die umfassende Unterlagen und Pläne zum Ablauf des Baus erstellt. Die beauftragten Unternehmen agieren nach einem sehr detaillierten, von der DB erstellten Plan.

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Bauphase

Nachdem unser Baupartner – die von der DB Netz AG beauftrage Baufirma – die Umsetzung des Bahnprojekts ausführlich geplant hat, kann die Bauphase starten. Maschinen bereiten den Baugrund vor, das Material für das Gleisbett und die Schienenführung wird angeliefert und eingebaut. Ein maßgeschneidertes Logistikkonzept sorgt dafür, dass Staub, Lärm und Beeinträchtigungen möglichst geringgehalten werden.

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Inbetriebnahme

Dann ist es endlich geschafft: Die Inbetriebnahme steht an – endlich können die ersten Züge auf der neuen oder ausgebauten Bahnstrecke fahren. Dieser besondere Anlass wird von uns minutiös geplant und vorbereitet. Zum Abschluss dieses bedeutenden Infrastrukturprojekts werden alle Beteiligten gewürdigt.

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Wir beantworten Ihre Fragen zu den Grobtrassierungen

Die Grobtrassierungen liegen innerhalb der bisherigen Trassierungsräume, die noch 500 Meter breit waren. Die Grobtrassierungen hingegen sind nur noch 20 Meter breit, sind also schon wesentlich konkreter und entsprechen bereits der Breite der späteren Strecke. Die potenziellen Streckenverläufe werden dadurch schon viel detaillierter. Es ist beispielsweise erkennbar, wo beim jeweiligen Streckenverlauf Tunnel, Brücken oder Dämme notwendig wären. 

Nein, da die heutige Bestandsstrecke vollumfänglich in Betrieb bleibt und zukünftig weitestgehend den Nahverkehren zur Verfügung steht. Gleichzeitig kann der Fernverkehr abgetrennt auf einer eigenen – neuen – Trasse fahren. 

Zwischen Ulm und Augsburg wird nach dem Neubau mit 114 Fernverkehrszügen und 60 Güterverkehrszügen gerechnet. Der Fernverkehr wird – bis auf die, die über Günzburg fahren – ausschließlich auf der Neubaustrecke unterwegs sein. Der Nahverkehr wird die neue Strecke nicht nutzen. Der Güterverkehr wird sich auf Bestands- und Neubaustrecke aufteilen. Die prozentuale Verteilung kann man heute noch nicht prognostizieren.

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